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Zen-Forum Zürich - Archiv

FORUM WASSER


 

Leitung Barbara Wegmüller und Jürg Heldstab
Wie handeln Zen Peacemakers?
25. Aug. 2026

"Sobald wir über etwas Bescheid zu wissen glauben, machen wir dadurch einen anderen Verlauf der Dinge unmöglich."
Bernie Glassman Roshi

Bernie Glassman hat die drei Grundsätze der Zen Peacemaker Gemeinschaft in den 90er Jahren formuliert, sie werden bis heute in Zen-Zentren gelehrt sowie von vielen Menschen studiert und praktiziert: "Nichtwissen" heisst, sich lösen von festgefahrenen Vorstellungen über uns selbst und andere Menschen. Im "Gewahrsein" hören wir allen Stimmen aufmerksam zu, ganz besonders jenen, die unseren Ansichten widersprechen. Aus dem Nichtwissen und Gewahrsein entsteht "liebende Aktion".

Bericht von Jürg Heldstab
 

Barbara Wegmüller und Jürg Heldstab
 

Leitung Friederike Boissevain und Harald Schöcklmann
Fürsorge im Zen
7. Juli 2026

"Die Hände und Augen zu gebrauchen ist so wie ein Mensch, der nachts die Hand nach hinten ausstreckt und nach seinem Kissen greift."
Dogen Zenji

In unserem Leben tragen wir immer Fürsorge für uns selbst, für unser Kissen, für andere Menschen, vielleicht auch für unser Haustier oder die Vögel im Garten. Alles bietet sich stetig unserer Fürsorge an. Alles antwortet stetig auf unsere Sehnsucht nach Verbindung. Alles und wir selbst stehen dauernd im gegenseitigen Austausch miteinander. Wie kann ich dieser Verbundenheit in meiner Praxis Ausdruck verleihen, sie spüren, ihr folgen, mich von ihr verwandeln lassen?

Bericht von Silvia Livio
Was heisst für mich Mitgefühl? Bei wem fällt es mir schwer, Mitgefühl zu empfinden? Oder wo im Körper spüre ich es? Friederike Boissevain fordert uns auf, Fragen wie diese spontan zu beantworten. Beim Austausch in der Gruppe zeigt sich, wie vielfältig gefärbt Mitgefühl sein kann – je nachdem, auf wen es in welcher Situation ausgerichtet ist. So üben wir, unterschiedlichste Perspektiven einzunehmen, und vertiefen damit das, worüber uns zuvor die beiden Gäste des Zen-Forums vom 7. Juli 2026 zum Thema Fürsorge berichteten. Die beiden Referierenden, das Ärztepaar Friederike Juen Boissevain (Zen-Meisterin und Philosophin) sowie Harald Nanzan Schöcklmann (Zen-Meister), sind Dharma-Nachfolger von Hozan Alan Senauke in der Linie von Shunryu Suzuki Roshi. Ihre Präsenz und ihr ungewöhnlicher Werdegang haben mich zutiefst beeindruckt, ganz besonders Friederikes Aussage: „Fürsorge ist nichts, was wir auch noch tun müssen, sie ist in uns, ist unsere Muttersprache“. (Danke!) Und jedes Mal, wenn im Zusammenhang mit Mitgefühl bei mir Unbehagen auftaucht, das mich am Handeln hindert, werde ich an Harald denken.
 

v.l. Kathrin, Harald, Friederike, Jürg
 
Plenum
 
Harald Nanzan Roshi und Friederike Juen Roshi
 
Forum-Workshop in der Bühne S
 

Leitung Alexander Poraj
Zen abseits des Zendo
2025 / 2026

"Es hat weder Form noch Gestalt, weder Wurzeln noch Stamm, noch ist ihm ein fester Platz eigen. Es ist frei wie ein springender Fisch im Wasser und handelt den jeweiligen Umständen entsprechend"
Linji

Die Vortragsreihe beleuchtete die Frage nach Zen im alltäglichen Leben. Hat es einen Nutzen, formt es mein Handeln, befreit es von Ängsten oder steht es ausserhalb aller «Apps»? Wir hörten, was das ursprüngliche Zen dazu sagt, sannen darüber nach und tauschten uns in der Gruppe und im Plenum aus.

Aus der Sicht des Zen:
1  (Un)mögliche Paarbeziehung
        16. Sept. 2025
        Zusammenfassung Vortrag

Geld und Spiritualität
2  Teil I: Haben oder sein im Westen
        1. Okt. 2025
        Zusammenfassung Vortrag

3  Teil II: Zen und Geld
        09. Dez. 2025
        Zusammenfassung Vortrag

4  Der Tod. Wer stirbt, kommt in den Himmel, wird wiedergeboren?
        10. Feb. 2026

        Zusammenfassung Vortrag

 

Leitung Alexander Poraj
Die (Un)möglichkeit, uns zu verstehen
2024 / 2025

"O wer sich einmal auf den Kopf sehen könnte! Das ist eins von meinen Idealen."
Georg Büchner, Leonce und Lena

Die zusammenhängende Vortragsreihe beleuchtete die Kern-Frage des Zen und damit auch den gefühlten Zwiespalt menschlichen Daseins. Wir erforschten hörend, fragend und diskutierend das existentielle Anliegen, das Buddha aus dem Haus und uns auf die Suche trieb.

Aus der Sicht des Zen:
1  Das Wirklichkeitsverständnis
    03. Sept. 2024
    Zusammenfassung Vortrag

2  Die Grundlagen des Ich-Verständnisses
    22. Okt. 2024
    Zusammenfassung Vortrag

3  Die praktischen Konsequenzen
    Zusammenfassung Vortrag
    
28. Jan. 2025

4  Alltag und Ethik
    Zusammenfassung Vortrag
    25. Feb. 2025

 

FORUM FEUER


Leitung Kathrin Stotz
Pinselstriche im Nu
12. Mai 2026

"Mit Hilfe eines kleinen Pinsels die unermessliche Figur der Leere erschaffen"
Wang Wei, Zen-Maler und Dichter, China 8. Jh.

Im Zen-Forum traf sich die Sangha diesmal zur Bildbetrachtung. Wir fragten uns: Wie kommen die Künstlerinnen und Künstler in Ost und West zu ihren spontanen Äusserungen auf der Bildfläche? Was hat ihr Geisteszustand im Handeln mit Zen zu tun? Wir ergründeten schauend den Geist von Zenga (Zen-Malerei) und westlichem Action Painting und experimentierten selber mit Stift und Papier.

Script des Vortrag mit Kunstwerken

 
Zeichnungen aus dem Workshop
 

Chado (Teezeremonie)
Leitung Mulan Sun Buschor, Assistenz Nico Colic
Chan und Tee in einer Einheit
14. April 2026

"Frieden durch das Teilen einer Schale Tee"
Sōshitsu Sen, Grossmeister der Urasenke-Teeschule in Kyōto

Auf der kleinen Theaterbühne erschien an diesem Abend ein bezaubernder Teeraum, dessen Zubehör Mulan Sun Buschor aus ihrer Winterthurer Tee-Schule Kōshin-an (向心庵) nach Zürich mitgebracht hatte. Die Teemeisterin, Zen-Meditierende und Architektin liess uns in der japanischen Teezeremonie Zen im Alltag sinnlich und spirituell erleben.

Mulan wurde unterstützt von ihrem Tee-Kollegen Nico Colic, der selber auf diesem spirituellen Weg unterwegs ist. Gast und Gastgeberin liessen uns am harmonisch fliessenden zeremoniellen Zusammenwirken teilnehmen. So wurde "Chan (Zen) und Tee in einer Einheit" für die Zuschauenden mit allen Sinnen wahrnehmbar. Die Hingabe an die vorgegebenen Abläufe, Gesten und Rituale befreit von Selbstbezüglichkeit, sie führt zu einer Selbstvergessenheit, die auch den Kern des Zen ausmacht.

In vier Kreisen wurden wir anschliessend alle zu Gast und Gastgeber*in, indem wir einander Tee zubereiteten, zum Verkosten des feinen japanischen Gebäcks einluden, das Mulan kreiiert hat, und in den Genuss von Speise und Trank kamen. Der Zusammenhang zwischen Zen und Tee wurde von Mulan gegen Ende des Forums in einem Vortrag angedeutet, der unser Interesse für die Grundlagen des Zusammenlebens im Sinne des Chado (Teewegs) zu wecken vermochte.
 





Mulan Sun Buschor und Nico Colic während der Teezeremonie
  

Sommerfest
Mario Strebel Akkordeon, Kathrin Stotz und Alexander Poraj Lesung
Grundlos
08. Juli 2025

"Grundlos fühlt sich der Seegrund
und uferlos das Ufer."
Wisława Szymborska

"An einem stillen Abend in meiner Grashütte
spiele ich allein auf meiner Harfe ohne Saiten."
Zenmeister Ryokan

Programm
Texte der Lyrik-Lesung








 

Leitung Kathrin Stotz
Schauen ohne Zugriff (Kunstbetrachtung)
01. April 2025

"Bevor ihr einen Bambus malt, muss er erst in eurem Innersten spriessen."
Su Dongpo

Simultan wahrnehmen, Leerstellen in (Zen)-Kunstwerken erkunden. Wir vertiefen uns in das Naturverständnis, die Haltung und (A)-Perspektivität der altchinesischen Zen-Maler.
Zusammenfassung Vortrag
 

  

FORUM ERDE


 

Leitung Thomas Albiez
Natürlich aktiv

15. Sept. 2026

"Wenn, was immer ihr tut, aus dem Nichts hervorgeht, ist es natürlich, und das ist wahre Aktivität."
Shunryu Suzuki

Die Übungsmethode des Social Presencing Theater (von presence: Gegenwärtigkeit und sensing: Wahrnehmung) kann uns ermutigen, dem gegenwärtigen Moment und der Gewissheit unserer sinnlichen Wahrnehmung zu vertrauen, ohne Vorannahme, was zukünftig sein wird. Wir üben uns darin, Äusseres und Inneres zu beobachten ohne Bewertung des Wahrgenommenen. Nach dem Prinzip des Wu Wei (müheloses Handeln) tauchen wir ein in die Atmosphäre des Augenblicks. Wir bewegen uns in der Stille – was auftauchen will, lassen wir geschehen, ohne wissen zu müssen, woher es kommt, was es ist und wozu es dienen soll. Wir kreieren mit unserem individuellen Körper einen sozialen Körper in ständiger Veränderung.

Das "Social Presencing Theater" wurde von Arawana Hayashi entwickelt, wobei sie unter anderem die buddhistische Achtsamkeitspraxis integrierte.
Bericht folgt
 

Leitung Jürg Heldstab
Wie zeigt sich der Weg?
26. Aug. 2025

"Übt ihr im Innern den WEG, so wird sich die Tugend des WEGES ganz von selbst auch nach aussen hin zeigen."
Dogen Zenji

Jürg Heldstab fragte anhand des Text-Kontextes sowie Erläuterungen und Fragen zum Thema Tugenden und ethische Leitlinien: "Ist das so, wie Dogen es ausdrückt? Wie äussern sich unsere meditativen Zen-Erfahrungen in alltäglichen Beziehungen und Handlungen?" In kleinen Workshop-Gruppen tauschte sich die Sangha aus und notierte Stichworte, die anschliessend ins Plenum getragen wurden. Es zeigten sich viele Transformationen im eigenen Selbstverständnis, im Kontakt mit anderen Menschen sowie bei der Arbeit, ohne dass eine festgelegte Tugend-Ethik von den Zen-Meditierenden Besitz ergriffen hätte. 
 

Leitung Jürg Heldstab
Aus dem Zazen ins Zuhören und Reden kommen
27. Aug. 2024

Wir erkundeten ein zentrales Element unserer inneren Erfahrung.
Bericht im ZenPuls
 

FORUM LUFT


 

Leitung Dieter Wartenweiler und Paul Morgan-Somers
Extern im Zendo Stäfa

Spiritualität und ursprüngliches Sein
23. Juni 2026

"Everything sings the song of its own absence".
Paul Morgan-Somers

Paul Morgan-Somers ist ein Mystiker von grosser Spiritualität, die sich nicht an einer bestimmten Lehre orientiert und zugleich sehr überzeugend wirkt. Seine Hintergründe sind tiefe spirituelle Erfahrungen in der Jugendzeit, seine Resonanz im Hinduismus mit einem mehrjährigem Aufenthalt in einem Vedanta-Koster sowie allgemein die Nondualität.
 

Leitung Dieter Wartenweiler
Wahres Zen?
24. Juni 2025

"Bodhi hat keinen Baum, der klare Spiegel keinen Ständer. Im Ursprung gibt es nichts. Wo kann sich Staub ansammeln?"
Hui Neng

Dieter Wartenweiler brachte verschiedene Impulse auf der Grundlage von Huinengs Plattform-Sutra und verschiedenen Koan ein. Seine Gedanken zum Kern des Zen drehten sich um das Ich als etwas vermeintlich Festes und beleuchtete die Illusionen, die sich darum ranken. Danach bildeten die Teilnehmenden Gruppen und besprachen Zen- und Lebensthemen sowie prägnante Sätze von Huineng und aus dem Diamant-Sutra. Dieter gab im anschliessenden Plenum Antwort oder fügte Klärungen an.