Zen Friedenstrasse

Glassman-Lassalle Zen-Linie

Neuigkeiten aus der Zen-Linie
Anfangs Dezember 2021 sind die Sensei und Rōshi in einem mehrtägigen Retreat im Melchtal zusammengekommen. Dabei wurde in freier und inspirierender Weise die Zukunft der Zen-Linie und ihr Wirken im Lassalle-Haus besprochen. Zazen und gemeinsames Kochen umrahmten die lebendigen und engagierten Gespräche. Das Retreat lässt neue Ideen und Kräfte aufscheinen, welche das Fundament der Zen-Linie bewahren und gleichzeitig Raum schenken für neue Formen des Wirkens im Zen-Geist.

Treffen im Melchtal, Dezember 2021
v.l.n.r.: Hans-Walter Hoppensack, Peter Widmer, Hildegard Schmittfull, Marcel Steiner, Niklaus Brantschen, Kathrin Stotz, Dieter Wartenweiler, Jürgen Lembke


Das Zendo Inneres Lind gehört zur Glassman-Lassalle Zen-Linie (Sōtō/Rinzai). Diese hat ihren Namen vom zeitgenössischen Zen-Meister Bernard Tetsugen Glassman (1939-2018) und dem Jesuitenpater Hugo Enomiya Lassalle (1898-1990). Die Linie wurde 2003 von Zen-Meister P. Niklaus Brantschen SJ (geb. 1937) und der Zen-Meisterin Pia Gyger ktw. (1940-2014) gegründet, nachdem beide von Glassman Rōshi Inka Shōmei, das Siegel der Bestätigung mit der vollen Kompetenz als Zen-Meister, erhalten hatten.

Bernard Tetsugen Glassman gehörte dem Sōtō-Zen an und war Mitglied der „White Plum Asanga“, die von seinem Lehrer und Vorgänger Taizan Maezumi Rōshi (1931-1995) gegründet wurde. Glassman war ein unorthodoxer Zen-Meister, der durch sein soziales Engagement und die Friedensförderung weltweit Bekanntheit erlangte. Zudem war er Gründer der „Zen Peacemakers Sangha“.
Zum Gedenken an Bernhard Tetsugen Glassman Rōshi, Gründervater der Zen-Linie, verstorben am 4. November 2018

Hugo Enomiya Lassalle war lange Superior der Jesuitenmission in Japan. Er studierte Zen bei Harada Daiun Sogaku Rōshi (1871-1961) und Yamada Kōun Rōshi (1907-1989), von welchem er die Zen-Lehrbefugnis erhielt. Er wurde ein Wegbereiter des Zen in Europa und setzte sich für den interreligiösen Austausch zwischen Zen-Buddhismus und Christentum ein.

Niklaus Brantschen und Pia Gyger, Gründer und Gründerin der Glassman-Lassalle Zen-Linie, durchliefen ihre Zen-Schulung hauptsächlich bei Yamada Kōun Rōshi in Kamakura, Japan. Er war Vorsitzender der Sanbō-Kyōdan Zen-Linie in Japan, die mit ihrer Verbindung von Sōtō- und Rinzai-Zen eine eigene Ausrichtung hat. Die Glassman-Lassalle Zen-Linie pflegt wertvolle Elemente davon, so etwa im Verständnis der Kōan und in den Ritualen.

Als erste Nachfolgerin ernannten Niklaus Brantschen und Pia Gyger Anna Gamma zur Zen-Meisterin. Sie ist heute nicht mehr Mitglied der Glassman-Lassalle Zen-Linie, wohl aber der White Plum Asanga, zu welcher die Glassman-Lassalle Zen-Linie gehört. Nach dem Tod von Pia Gyger wurde Dieter Wartenweiler von Niklaus Brantschen Rōshi als weiterer Nachfolger und Zen-Meister mit voller Kompetenz ernannt. Er leitet die Zen-Linie heute zusammen mit Niklaus Brantschen.

Der Lehrkörper umfasst aktuell nebst den beiden Zen-Meistern Niklaus Brantschen und Dieter Wartenweiler die sechs Zen-Lehrerinnen und Zen-Lehrer (Sensei) Peter Widmer, Marcel Steiner, Erna Hug, Hildegard Schmittfull, Hans-Walter Hoppensack, Jürgen Lembke und Kathrin Stotz sowie die Assistenz-Lehrerinnen und -Lehrer (Hōshi) Lisbeth Granacher, Ursula Popp, Jürg Heldstab und Klaus Peter Wichmann.

Das Stammhaus ist das Lassalle-Haus in Edlibach bei Zug (Schweiz), wo sich ein grosses Zendo befindet und viele Zen-Kurse durchgeführt werden.


*  "Zugang zum Zen" - Publikation der Zen-Linie - Link zum pdf
Webseite der Glassmann-Lassalle Zen-Linie
Ethikcode der Glassman-Lassalle Zen-Linie (pdf-Datei)
Meditationsgruppen der Glassman-Lassalle Zen-Linie (pdf-Datei)
Film "Die Glassman-Lassalle Zen-Linie" Link
ZenPuls - Die Zeitschrift der Glassman-Lassalle Zen-Linie

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